Vom Verdacht zur Diagnose

Ein unauffälliger Nüchternglukosewert heißt jedoch nicht automatisch, dass Sie kein Diabetiker sein können. Wenn Sie zum Kreis der Risikopersonen gehören, sollten Sie alle drei Jahre bei Ihrem Arzt einen Oralen Glukose-Toleranz-Test (OGTT) machen lassen.

Risikopersonen sind:

  • Menschen uber 45 Jahre
  • BMI (Body Mass Index) >25 kg/m2
  • Menschen mit Bluthochdruck ≥140/90 mmHg
  • Menschen mit Fettstoffwechselstorungen
  • Menschen mit koronarer Herzerkrankung oder Durchblutungsstorungen des Gehirns
  • Menschen, bei denen Diabetes in der Familie bereits vorkommt
  • Menschen, die schon mal erhohte Blutglukosewerte hatten (siehe Tabelle rechts)
  • Frauen, die einen Schwangerschaftsdiabetes hatten
  • Frauen, die Kinder mit mehr als 4.000 g geboren haben
  • Frauen mit Polyzystischem Ovar-Syndrom

Diagnostische Kriterien für Diabetes mellitus nach den Leitlinien der DDG:

Diagnostische Kriterien für Diabetes mellitus nach den Leitlinien der DDG

Sofern keine ausgeprägte Hyperglykämie mit Stoffwechselentgleisung vorliegt ( = positiver "Azetontest" im Urin), ist die Diagnose durch Messung an einem anderen Tag zu bestätigen.

Abnorme Nüchternglukose - IFG / gestörte Glukosetoleranz - IGT
Diagnostische Kriterien

Abnorme Nüchternglukose – IFG / gestörte Glukosetoleranz – IGT
Erläuterungen zu den Tabellen:
  • Die Blutglukose wird in mg/dl ( = mg pro 100 ml) oder in mmol/l (= Millimol pro Liter) angegeben.
    Der Umrechnungs-Faktor ist 18 (mg/dl) : 1 (mmol/l). Beispiel: 90 mg/dl (:18) = 5 mmol/l.
  • Nüchtern = 8-12 Stunden keine Kalorienzufuhr, kein Nikotin, kein Tee oder Kaffee oder Getränke außer Wasser.
  • Abnorme Nüchternglukose = Nüchtern-Blutglukose ist erhöht, jedoch noch nicht so stark, dass man von einem "Diabetes mellitus" spricht.
  • Gestörte Glukosetoleranz = Blutglukosewert nach Traubenzuckergabe ist erhöht, jedoch noch nicht so stark, dass man von einem "Diabetes mellitus" spricht. Die Einstufung ist nur korrekt, wenn der Nüchternglukosewert unterhalb des Grenzwertes für den Diabetes mellitus liegt.

HämoglobinA1c (HbA1c)

Die Blutglukose lagert sich an Hämoglobin - den roten Blutfarbstoff - an, wodurch HbA1c entsteht.
Je höher die Blutglukose und je länger hohe Blutglukosespiegel bestehen, desto höher ist das HbA1c. Die Bestimmung von HbA1c im Blut dient der Langzeitkontrolle des Diabetes, denn es korreliert sehr gut mit den mittleren Blutglukosewerten der letzten 8-12 Wochen ("Blutzucker-Gedächtnis"). Es dient auch zur Einschätzung des Risikos von Langzeitschäden bei Diabetikern. Zur Diagnose des Diabetes wird die HbA1c-Bestimmung aus verschiedenen Gründen (noch) nicht empfohlen.

 

... Diagnose Diabetes – was nun ?

 



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